Auf nach Ibiza

Sehr spontan habe ich mich dazu entschlossen in den letzten Wochen in Spanien noch etwas Neues kennen zu lernen. Von unserem ersten Gesuch nach Arbeit über einen Post bei Facebook habe ich noch einen Kontakt auf Ibiza. Ich sagte Iris ich habe jetzt drei Wochen Zeit und sie antwortete direkt, dass sie ein Zimmer, Arbeit und noch Wasser im Pool habe. Ein paar Tage später landete ich auf einer wunderschönen Finca in der Nähe von Sant Antoni auf Ibiza. Genau genommen ist es hier keine Finca sondern eine „Can“. Hier wird vorwiegend Katalanisch gesprochen und die Einheimischen sprechen Ibizenk. Der katalanische Dialekt auf Ibiza.

Neben der Arbeit auf der Can bin ich auch ein bisschen auf der Insel herumgekommen. Die Saison ist jetzt so gut wie zu Ende und nach und nach schließen die Beach Bars, Diskotheken, Clubs und was es sonst noch an touristischen Angeboten gibt. Ich habe mich trotzdem aufgemacht und mir einen Eindruck verschafft, was diese, für viele so besondere Insel denn so besonders macht.

Zuerst durfte ich die Insel vom Wasser aus bestaunen. Dank eines Kontaktes machte ich gleich am zweiten Tag einen Segelausflug auf einem Katamaran. Das Wetter war herrlich und wir fuhren rüber nach Formentera. Endlich mal wieder auf einem Boot und einfach das Leben genießen.

Die Strände und seine Beach Bars

Ibiza hat von touristischen als auch von natürlich geprägter Schönheit bis kleinen entspannten Stränden alles zu bieten.

Einer der bekanntesten Strände ist der Playa d’en Bossa. Schon von weitem ragt der Schriftzug des Hotels und vor allem des berühmten Clubs „Ushuaïa“ über allem. Tagsüber kann man es sich am längsten Strand der Insel in zahlreichen Beach Clubs gutgehen lassen. Nachts tobt dann hier das Partyleben. Angeblich ist es das beste Nightlife der Welt.

An der Südspitze von Ibiza liegt der Playa Es Cavallet. Vorbei an den Salzfeldern von Las Salinas, von denen das „Sal de Ibiza“ stammt führt eine schmale Straße zu einem vielseitigen kleineren Strand. Empfangen wird man vom „Restaurante La Escollera“. Einem sehr edlen Restaurant mit ungehindertem Blick auf das Meer. Die bekanntere Beach Bar ist das „Chiringay“, das besonders bei Homosexuellen beliebt ist.

Es Cavallet ist ein offizieller FKK-Strand. Allerdings wird das eher weiter südlich des Strandes genutzt denn im nördlichen Teil tummeln sich lieber die Reichen und Schönen mit ihrem Champagner.

Je südlicher man den Strand entlang spaziert umso schöner wird es. Eine Dünenlandschaft breitet sich aus und der Sandstrand verwandelt sich in eine Felsenküste. Wenn man bis zur Südspitze geht, kann man sogar bis nach Formentera gucken.

Im südwestlichen Teil der Insel befinden die beiden Strände Cala d’Hort und Playa Cala Vadella. Hier geht es etwas ruhiger und gelassener zu. Immer von Beach Bars und Restaurants gesäumt haben diese beiden Strände ihren eigenen Charme. Vom Cala d’Hort hat man eine direkte Sicht auf die imposante Isla de es Vedrà.

Mein persönlicher Favorit ist der Platges de Comte. Das Wasser ist hier türkisblau und kristallklar. Genau genommen besteht der Platges de Comte aus zwei Buchten. Geht man nach rechts, kommt man an den größeren Teil. Geht man links, blickt man eine Klippe hinunter auf eine kleine Bucht an deren Strand nur ein paar Menschen Platz haben. Eine kleine einfache und sehr sympathische Beach Bar bietet eine besonders leckere Sangria Blanca an. Berühmt ist dieser Stand für den besten Blick auf den Sonnenuntergang, was ich nur bestätigen kann.

San Antonio, Santa Eularia, Punta Arabi und Ibiza Stadt

Unterschiedliche Städte mit unterschiedlichen Gesichtern. San Antonio oder auch Sant Antoni de Portmany ist eine der größten Städte der Insel und vor allem bekannt für das Café del Mar. Ich war ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht. Eine gesichtslose Stadt mit vielen Hochhäusern an einem künstlich wirkendem aufgebauten Felsstrand an dem auch das Café del Mal liegt. Im Sommer mag der Sonnenuntergang hier herrlich sein, doch ich frage mich bis heute warum ich hier 8 EUR für ein Bier ausgeben sollte.

Punta Arabi ist vor allem bekannt für seine Hippie Märkte. Inmitten von außergewöhnlichem Handwerk, bunten Textilien und individuellem Schmuck bis hin zu Nippes kann man sich hier immer mittwochs und samstags treiben lassen.

An Ibiza Stadt oder auch Eivissa Stadt (katalanisch) kommt keiner vorbei. Das Wahrzeichen, die Kathedrale, ist schon aus der Ferne zu sehen. Sie befindet sich in der kleinen aber feinen Altstadt. Vorbei am Hafen, von dem aus die Fähren nach Formentera und die anderen balearischen Inseln abgehen, laden viele kleine Geschäfte zum Shoppen ein.

Mein Favorit ist allerdings Santa Eularia. In der ruhigen, etwas weniger bekannten Kleinstadt ist man weit weg vom bekannten Nachleben und der High Society. Auf der Promenade kann man an der Bucht entlang spazieren gehen und in den kleinen Läden das ein oder andere Souvenir kaufen.

Essen, trinken, einkaufen

Tapas habe ich schon oft gegessen aber noch nicht in einem Sterne-Restaurant. Das Restaurant Mar a Vila in Ibiza Stadt ist 2019 vom Guide Michelin ausgezeichnet worden. Man könnte denken, dass das Essen dann unerschwinglich ist aber hier kann man Tapas der ganz anderen Sorte für 1 bis 2 EUR das Stück bestellen. Sehr lecker!

Eine der außergewöhnlichsten Orte die ich besucht habe ist der Adam + Eve Concept Store. In der Nähe von Sant Josep direkt an der PM-803 befindet sich eine Mischung aus Bar, Vintage-Shop, Designer-Mode und Friseur unter einem Dach. Der Besitzer und Designer Ben kommt aus Paris und verkauft seine Mode nicht nur hier in seinem Geschäft sondern auch an seine Stammkunden wie Julia Roberts und Denzel Washington. Ein sympathischer und bescheidener Typ der dir mit Leidenschaft seine Mode näher bringt.

Ebenfalls skurril und voller Überraschungen sind auch La Galeria Elefante und Sluiz Ibiza. Beide Geschäfte befinden sich südlich von Sant Gertrudis. Ich möchte an dieser Stelle nicht viel verraten. Wer einmal auf Ibiza ist soll hier eine ganz andere Art von Geschäften erleben. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.

Nach diesen vielen Impressionen unterschiedlichster Couleur sind wir am Ende noch im Can Jordi Blues Station eingekehrt. Eine kleine sympathisch bodenständige Bar auch direkt an der Straße unweit des Adam + Eve. Hier kehren die Einheimischen ein und genießen in einer rustikalen Atmosphäre ihr Getränk. Ein absoluter Gegensatz zu den vielen hippen Beach Bars und Clubs auf Ibiza aber in meinen Augen einer der authentischsten Orte die ich hier auf der Insel kennenlernen konnte.

Authentisch ist auch der Es Mercat de Santa Eularia. Die kleine Markthalle erkennt man von außen erst auf den zweiten Blick. Hier gibt es frischen Fisch, Fleisch Obst und Gemüse. Hier kaufen vorwiegend die Einheimischen ein und dementsprechend zu erschwinglichen Preisen. Gleich daneben befindet sich eine kleine Tapasbar in der man auch zu kleinen Preisen mittags essen kann.

Es war eine schöne und interessante Zeit auf Ibiza und ich bin froh, dass ich sie mal gesehen habe. Die Insel ist nicht nur den Reichen und Schönen und den Partygängern vorbehalten. Mit ein bisschen Glück kommt man auch mit den Einheimischen in Kontakt. Und an einem Samstag fanden wir uns alle gemeinsam in der Stammbar von José wieder und hatten mit seiner Familie bei Tapas und Bier einen wunderschönen und vor allem lustigen Nachmittag.

Ich danke Martina und Stephen das sie mich immer wieder mitgenommen haben und ich so die Insel kennenlernen konnte, sowie José, mit dem ich soviel Spaß bei der Arbeit hatte und mein Spanisch üben konnte. Die Zeit in Spanien geht nun zu Ende und es warten neue Abenteuer.

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