Der Caminito del Rey

Nach soviel Meer müssen es jetzt mal Berge sein. Ich hatte das Gebiet “El Chorro” in einem Film gesehen. Hier kann man über den einst gefährlichsten Weg Europas, den Caminito del Rey wandern. 

Im Regen kamen wir über eine serpentinenreiche Straße am Embalse del Cónde de Guadalhorce an. Einem der Stauseen des Río Guadalhorce und Teil eines ganzen Systems von Stauseen, die wichtig für die Wasserversorgung Málagas sind. Zu dem System gehört auch der Embalse de Guadalteba, der Embalse del Guadalhorce und der Embalse Tajo de la Encantada sowie der kleine Embalse de Gaitanejo. Sie alle liegen zwischen den Ortschaften Ardales und Álora.

Busser sah ganz schön mitgenommen aus. Erst der Sturm am Strand, der den Sand überall hin blies und jetzt der Regen und der Matsch oben drauf. Wir verkrümeln uns ins gemütliche Innere von Busser und genießen Gin Tonic. Gekühlt haben wir das Tonic praktischerweise im Stausee.

Am nächsten Tag geht es los. Bei 8 Grad und klarem Himmel machten wir uns auf um die wunderschöne Landschaft zu erkunden. Der Embalse del Cónde de Guadalhorce lag da friedlich mit Sonnenlicht und es war kein Mensch zu sehen.
Weiter geht es durch Pinienwälder, vorbei an Rosmarin- und Thymianbüschen, über Hügelkuppen und an kläffenden Hunden vorbei und schließlich über eine Straße zu dem Embalse Tajo de la Encantada. Hier können wir schon den legendären Caminito del Rey sehen. Der Weg galt bis vor kurzem als der gefährlichste Wanderweg Europas und die Gegend ist sehr beliebt bei Kletterern und Bergsteigern. 

Da ich an Höhenangst leide, hatte ich nach dem Anblick des Weges direkt am steilen Bergabhang gefolgt von einer Brücke, der 100 Meter über der Schlucht Desfiladero de los Gaitanes führt, noch genug Zeit mich mental darauf vorzubereiten. Ich will den Weg unbedingt gehen.

Wir umrundeten den Embalse Tajo de la Encantada und durchquerten das kleine Örtchen El Chorro. Hier saßen einige gut gelaunte Spanier draußen vor einer Bar in der Sonne und ließen es sich gut gehen. Wir gingen weiter. Noch einen Hügel hinauf und dann würden wir zum Caminito del Rey kommen. Der Blick von hier oben war schon gigantisch und mein Respekt vor dem Weg stieg mit jedem Schritt. Gleich geht es los. So war zumindest der Plan. Leider hat uns ein freundlicher Spanier der Security Guard vom Caminito del Rey einen Strich durch die Rechnung gemacht. “Der Weg ist geschlossen” gab er uns auf Spanisch mit Händen und Füßen zu verstehen. Er ist bis zum 09.01.2021 geschlossen. Pech gehabt! Aber wir kommen wieder und dann werden wir den Caminito del Rey bezwingen.

Doch jetzt müssen wir den ganzen Weg erstmal wieder zurück. Das war schon ernüchternd denn über den Caminito del Rey wären wir viel schneller wieder bei Busser gewesen. Tja, so ist das wenn man sich nicht so gut vorbereitet. Gerade in der Nebensaison.

Die Wanderung war es trotzdem wert. Die Landschaft ist wirklich atemberaubend und fern ab von den touristischen Stränden und Hotspots wie Málaga und Marbella. Wer wander- und/oder kletterbegeistert ist, dem kann ich diese Gegend von El Chorro wirklich empfehlen. Hier gibt es auch Campingplätze und Restaurants. Sogar ein Shuttle Service ist für die Wanderer des Caminito del Rey eingerichtet, da der Weg kein Rundwanderweg ist. Der Eintritt kostet 10 EUR.

Nach 6 Stunden Wandern haben wir uns das heutige Bier und die Sangria wirklich verdient. Gut, dass die Bar gleich um die Ecke war. Heute werden wir gut schlafen.

Über den Caminito del Rey

1901 – 1905 wurde der Caminito del Rey im Auftrag des Stromproduzenten Hidroeléctrica del Chorro gebaut. Er diente den Arbeitern als Zugang und Transportweg für die Baumaterialien des Staudammes Presa del Conde del Guadalhorce, am anderen Ende der Schlucht. Auf ca. 4 km Länge durchquert der Caminito del Rey in ca. 100 Meter Höhe die enge Schlucht Desfiladero de los Gaitanes. Er startet am Embalse Conde de Guadalhorce und endet am Embalse Tajo de la Encantada von El Chorro. Weitere Infos bekommt ihr hier.

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